Schlosspark

Parkverein Karwe e.V.

Der Parkverein Karwe e.V. wurde am 11. Februar 2017 gegründet. Über 50 Mitglieder verfolgen seitdem das Ziel, dem ehemaligen Karwer Schloss- und Gutspark als eingetragenes Gartendenkmal wieder zu seiner ursprünglichen Struktur und Schönheit zu verhelfen. Viele Familienmitglieder und auch der Familienverband haben mit großzügigen Spenden zum Erfolg des Wiederaufbaus beigetragen.

Die Geschichte des Parks

Zwischen den Jahren 1721 und 1723 wurde unter den wohlwollenden Blicken des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I, dem sogenannten Soldatenkönig, am Karwer Seeufer ein barockes Herrenhaus erbaut. Die ersten Bewohner waren Christoph Johann von dem Knesebeck und seine frisch angetraute Gemahlin, die Witwe Anna Luise von Köppen, eine geborene von Bredow. Fortan diente das Karwer Schloß der Familie von dem Knesebeck als Wohn- und Verwaltungssitz für die umliegenden Ländereien.

Spazierweg im ehemaligen Schlosspark
Ausblick auf den Ruppiner See

Nach 1945 wurde das Gebäude dem allmählichen Verfall preisgegeben und zum Bedauern vieler Karwer im Jahre 1983 vollends aufgegeben und abgerissen. Geblieben sind einige ehemalige Wirtschaftsgebäude, der alte Eiskeller am Gutshofplatz und die Parkanlage, die sich am Karwer Gutshaus anschloß.

Wie die einstige barocke Gartenanlage ausgesehen haben mag entzieht sich unserer Kenntnis. Die ältesten bildlichen Zeugnisse weisen bereits auf weitgehende, dem Zeitgeschmack entsprechende, gärtnerische Umgestaltungen hin.

Der oder die Gartenbaumeister sind namentlich leider nicht bekannt. Die Konzeption des Parks mit planmäßigen Sichtachsen, einer zentralen Streuobstwiese und von hohen Bäumen eingefaßten Rasenflächen trägt die Handschrift des bekannten Landschaftsarchitekten und Gartenkünstlers Peter Joseph Lennés (1789 – 1866) oder seiner Schüler. Inwieweit Lenné persönlich an der Parkgestaltung beteiligt war ist nach wie vor spekulativ. Es gibt jedoch einige Indizien, die für eine aktive Rolle sprechen. Der ehemalige Gartenbaudirektor und Begründer des Fachreferats für Gartendenkmalpflege zu Berlin, Klaus von Krosigk, gab dem Verein anläßlich seines Parkbesuches im April 2017 folgende interessante Hinweise:

(1) So heißt es in dem in der Wernerschen Verlagsgesellschaft 2005 von Detlef Karg herausgegebenen Fachbuch Peter Joseph Lenné – Parks und Gärten im Land Brandenburg auf Seite 297 ff:

“Für die ehemalige Gutsanlage im südlich  von Neuruppin am Ruppiner See gelegenen Karwe führt Paul Ortwin Rave eine angebliche Mitarbeit Lenné’s bei der Umgestaltung an und auch Gerhard Hinz deutet auf die mögliche Mitwirkung Lenné’s. Die wenigen Reste des alten Gehölzbestandes der ehemals etwa fünf Hektar großen Parkanlage, vorwiegend Buchen-, Platanen, Ulmen und Linden-Solitäre, stützen diese Annahme….”

(2) Des Weiteren ist in Peter Joseph Lenné – das Gesamtwerk des Gartenarchitekten und Städteplaners von Gerhard Hinz (erschienen im Olms-Verlag) auf Seite 269 zu lesen:

“Die Darstellung der gartenkünstlerischen Arbeiten Lenné’s in der Mark ist zweifellos nicht vollständig. Im allgemeinen sind alle Parkanlagen, bei denen die Mitarbeit Lenné’s vermutet wird, herausgelassen worden, z.B. Chursdorf, Kreis Soldin, Grüneberg, Kreis Prenzlau, Karwe, Kreis Ruppin…”

Der Park ist heute als Gartendenkmal eingetragen.

Dichtbewachsen:
Parkweg am Neuruppiner See
Im Park liegt abseits der Hauptwege eine stille Gedenkstätte der Familie von dem Knesebeck. Ein Findling bezeichnet das Grab Erichs von dem Knesebeck, bis 1907 Landrat zu Neuruppin